Wie funktioniert eigentlich die Pille?
- Geschrieben am Mittwoch, 28 September 2011 18:34

Die Pille zur Verhütung einer ungewollten Schwangerschaft (oder auch Antibabypille genannt) gibt es schon seit Mitte der 60er Jahre. Ab den 70er Jahren war sie auch in Deutschland ein zunehmend verbreitetes Verhütungsmittel.
Sie gilt als überaus sicher, sofern sie regelmäßig eingenommen wird. Aber wie funktioniert die Pille eigentlich? Und was für Nebenwirkungen hat sie?
Die Pille enthält Hormone, heutzutage ein künstliches Östrogen mit dem schönen Namen Ethinylestradiol, das mit verschiedenen Gestagenen kombiniert wird. Das klingt alles ziemlich kompliziert, kann aber ganz einfach erklärt werden.
Östrogene und Gestagene sind weibliche Hormone, die im Körper auch auf natürlichem Wege produziert werden. Östrogen ist dafür verantwortlich, dass Eizellen im Eierstock reifen und per Eisprung auf ihren Weg in die Gebärmutter entlassen werden. Auf dieser Wanderschaft können sie dann mit männlichen Samenzellen zusammen treffen, was wiederum zur Befruchtung führen kann. Nistet sich dann die befruchtete Eizelle in der Gebärmutterschleimhaut ein, ist frau schwanger.
Ist die Befruchtung und Einnistung erfolgt, tritt Freund Gestagen in Aktion. Vermehrte Mengen dieses Hormons bewirken, dass keine weitere Eizelle heranreift, so dass die befruchtete Eizelle in aller Ruhe zu einem Baby heranwachsen kann. Deswegen haben Frauen wegen der Schwangerschaft ihre Tage nicht. Ganz praktisch!
Durch die künstliche Einnahme von Östrogen und Gestagen wird im Grunde eine Schwangerschaft vorgetäuscht. Zuerst wird verhindert, dass weitere Eizellen reifen und sollte es doch hierzu kommen, verhindert das Gestagen die Einnistug (die Gebärmutter bekommt sozusagen die Information „du bist schwanger! Keine weitere Eizelle reinlassen, konzentrier dich nur auf die eine!“; dass die Schwangerschaft eben hormonell vorgetäuscht ist, spielt für die Gebärmutter keine Rolle.
Bei den meisten Pillen nimmt man 21 Tage die Hormone ein und macht 7 Tage Pause. Oder 7 der Pillen enthalten keine Hormone, aber man nimmt sie, um nicht aus dem Rhythmus zu kommen. In den 7 Tagen ohne Hormone, kann der Körper die Gebärmutterschleimhaut nicht so aufrecht erhalten, wie es zur Schwangerschaft nötig wäre. Es kommt zur Blutung. Dadurch ergibt sich der Eindruck eines Zyklus, obwohl es kein „echter“ Zyklus ist (denn die Eizellen reifen ja nicht heran, es gibt keinen Eisprung).
Es gibt sogenannte Minipillen, die kein Östrogen enthalten und den Eisprung nicht verhindern. Bei diesen Pillen wird der Schleim, der den Gebärmuttermund verschließt, verdickt, so dass Sperma nicht eintreten kann. Allerdings müssen diese Pillen auf die Stunde genau eingenommen werden, da sie sonst nicht mehr wirksam sind.



















